
Der uns anvertraute Frieden
14.01.2026Spenden für die Restaurierung der Buckow-Orgel in Maria Treu bleiben bis 31. Dezember 2027 absetzbar – dank einer Verlängerung der Aktion durch das Bundesdenkmalamt. Die Orgel der Wiener Piaristenkirche Maria Treu (1080 Wien) wird seit Mai 2024 von der deutschen Orgelbaufirma Hermann Eule umfassend restauriert. Der Prozess wird bis 2027 dauern, da der Originalzustand von 1858 wiederhergestellt wird. Ein Teil der Projektkosten von über 900.000, – Euro (für Orgel und Gehäuse) wird durch Spenden gedeckt, die der Orgelverein „Rettet die Buckow-Orgel“ in jahrelanger Kleinarbeit gesammelt hat. Weitere Spenden sind allerdings willkommen, da im Zuge des Projekts auch das Maulbertschfresko auf der Orgelempore restauriert wurde. An der Orgel in der Piaristenkirche haben schon berühmte Musiker wie Anton Bruckner und Franz Liszt gespielt.
Geschichte der Orgel
In den Jahren 1856 bis 1858 erbaute der schlesische Orgelbaumeister Carl Friedrich Ferdinand Buckow (1801-1864) die Orgel in der Piaristenkirche. Sie gehörte damals zu den modernsten Instrumenten der österreichisch-ungarischen Monarchie. Ursprünglich mit 2040 Pfeifen ausgestattet, wurde sie 1896 umgebaut und hat heute 2416 Pfeifen. Es handelt sich um eine rein mechanische Schleifladenorgel mit 34 Stimmen auf drei Manualen und Pedal. Als Besonderheit gilt der erstmalige Einbau eines Schwellkastens für einen Teil der Pfeifen, durch den spezielle klangliche Effekte (Crescendos, Decrescendos) erzielt werden können.
Rekonstruktion des Originals
Mechanische Abnutzungserscheinungen aus eineinhalb Jahrhunderten Bespielung, sowie Kriegsschäden und starke Verschmutzung durch Kerzenruß, Abgase und Staub machen eine Restaurierung dringend nötig. Der Piaristenorden hat sich für eine behutsame Wiederherstellung des Originals entschieden. Damit werden auch die nachteiligen baulichen Veränderungen von 1896 beseitigt. Damals wurden in Anpassung an den Zeitgeist Pfeifen verlängert, zusätzliche Pfeifen eingefügt und die ganze Orgel tiefer gestimmt, weil dumpfe, düstere Klänge in Mode waren. Durch die Restaurierung sollen die ursprüngliche Disposition und die originale Stimmtonhöhe der Orgel wiederhergestellt und das Instrument für die nachfolgenden Generationen bewahrt werden.
Künstlerische Bedeutung der Orgel
Die Buckow-Orgel ist eins der wichtigsten, noch erhaltenen Instrumente aus der Epoche der Hochromantik und hatte zentrale Bedeutung für die Wiener Musikszene. Sie wurde von den Zeitgenossen als die beste und künstlerisch wertvollste Orgel Wiens bezeichnet. Das Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien wählte sie für ihre Schlussprüfungen. Prominentester Prüfungskandidat war Anton Bruckner, der auf dieser Orgel oft konzertiert hat. Auch andere berühmte Komponisten und Organisten wie Franz Liszt und Dirigenten wie Zubin Mehta und Nikolaus Harnoncourt haben mit ihr musiziert. Unzählige Orgelkonzerte, Wettbewerbe, Rundfunk-, Fernseh-, Schallplatten- und CD-Aufnahmen fanden hier statt und prägten Generationen. Orgelbauer Buckow erhielt nach dem Erfolg seines Instruments in der Piaristenkirche auch den Auftrag für die Orgel in der Kaiserlichen Hofmusikkapelle.
Expert:innen am Werk
Mit den Restaurierungsarbeiten des wertvollen Instruments haben die Piaristen die Firma Hermann Eule Orgelbau aus Bautzen beauftragt. Der Musikwissenschafter Prof. Dr. Otto Biba und Organist Markus Semelliker übernehmen die wissenschaftliche Begleitung. Das Projekt erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt (BDA) sowie dem Bauamt und dem Referat für Kunst- und Denkmalpflege der Erzdiözese Wien.
Nach dem Abbau der Orgel wurden bereits das kunstvoll geschnitzte cremefarben-goldene Holzgehäuse und die Deckenfresken oberhalb der Orgel restauriert. Der Zeitplan sieht vor, dass die restaurierte Orgel 2027 wieder eingebaut, intoniert und fertiggestellt wird. Die Gesamtkosten der fachgerechten Restaurierung von Orgel und Gehäuse (exklusive Fresko) belaufen sich auf rund Euro 900.000.-.
Die Piaristenkirche
Die Piaristenbasilika Maria Treu am Jodok-Fink-Platz in Wien Josefstadt war schon vor der Errichtung der Buckow-Orgel ein Zentrum der Kirchenmusik in Wien. Joseph Haydn hat hier sein „Stabat mater“ aufgeführt und die „Paukenmesse“ zur Uraufführung gebracht. Auch W.A. Mozart hatte persönliche Beziehungen zu dieser Kirche – sein älterer Sohn besuchte die Piaristenschule. Die Messen Franz Schuberts, der ebenfalls Piaristenschüler war, galten lange als zu aufwändig und schwierig für den Gottesdienst – einzig in der Piaristenkirche wurden sie regelmäßig aufgeführt. Im 19. Jahrhundert war Maria Treu die erste katholische Kirche Wiens, in der Orgelkonzerte stattfanden.
Maria Treu zählt zu den bedeutendsten barocken Kirchenbauten Österreichs. Nach einem Entwurf von Johann Lucas Hildebrandt wurde sie zwischen 1716 und 1756 errichtet und mit Fresken von Franz Anton Maulbertsch ausgestaltet. In den rechts und links anschließenden Gebäuden befinden sich das Kloster der Piaristen, Kindergarten und Volksschule Maria Treu und das (öffentliche) Piaristengymnasium BG8. In der Mitte des Platzes steht eine Pestsäule aus 1713.
Piaristen
Der weltweit tätige Männerorden der Piaristen wurde 1617 vom Heiligen Josef Calasanz gegründet und setzt sich vor allem für die Bildung von benachteiligten Kindern ein. In Österreich gibt es seit 1657 eine Niederlassung in Horn, seit 1697 in Wien – Maria Treu (1080) und St. Thekla (1040) – und seit 1776 auch in Krems. In Wien sind die Piaristen Träger eines privaten Kindergartens und zweier Volksschulen mit Hort für insgesamt rund 700 Kinder.
Spendenmöglichkeit
Bis Ende Dezember 2027 können die Spenden für die Restaurierung der Buckow-Orgel steuerlich abgesetzt werden:
BAWAG-PSK
Bundesdenkmalamt 1010 Wien
IBAN: AT07 0100 0000 0503 1050
BIC: BUNDATWW (nur bei Auslandsüberweisungen)
Für die Absetzbarkeit sind bei Onlineüberweisung im Feld Verwendungszweck der Aktionscode A411, Vor- und Zuname und das Geburtsdatum anzugeben
Fotos
Fotos von der Buckow-Orgel und der Piaristenkirche können unter www.piaristen.at/orgel heruntergeladen und honorarfrei verwendet werden.




