Horn

Kollegium, Schule und Kirche der Piaristen in Horn im Waldviertel sind die älteste Gründung des Ordens auf dem Boden der heutigen Republik Österreich.

Graf Kurz, der Eigentümer der Herrschaft Horn, betrieb eifrig die Rekatholisierung der protestantisch gewordenen Region und berief 1657 die Piaristen. Durch Spenden wurde der Bau der Kirche, des Kollegiums und der Schule finanziert. Ein besonders wertvolles Geschenk kam von Graf Kurz selbst: seine private Bibliothek. Ihre wertvollen Bestände gehören heute dem Land Niederösterreich und umfassen ca. 5.500 Bände. In dem 1733 fertiggestellten Schulgebäude fanden in einem eigenen Theatersaal Vorstellungen statt. Ähnlich wie das Jesuitendrama diente auch das Piaristentheater zur Durchsetzung der Gegenreformation. 1827 wurde die Stadt Horn von einem Großbrand heimgesucht, dem auch Kirche, Schule und Kollegium der Piaristen zum Opfer fielen. Dank Spenden konnten Schule, Kollegium und Kirche wieder aufgebaut werden.

Die Kirche ist dem hl. Antonius von Padua geweiht, das Hochaltarbild stammt von Martin Johann Schmidt („Kremser Schmidt“). Das ehemalige Kollegium mit Schule ist im Kern ein Renaissancebau. Die bei späteren Um- und Zubauten vermauerten Arkaden wurden 1986 bis 1988 freigelegt.

Das Piaristengymnasium in Horn wurde 1872 der Stadt übergeben, weil der Orden mit der Reform der Schulgesetzgebung nicht einverstanden war. Danach waren im Kollegium nur noch ein Internat und ein Juvenat untergebracht. Heute ist der Komplex das Kunsthaus Horn.

Roland Machatschke