Leitbild der Piaristen

„Wir wachsen in Liebe, Frieden und Freude!“  –  (Generaldelegierter Pater Jean de Dieu TAGNE SP)

Der Heilige Josef Calasanz, der Gründer der ersten christlichen Volksschule in Europa und des Piaristenordens, wurde 1557 in Peralta de la Sal (Spanien) geboren. Calasanz war ein Vermittler, der die Kirche mit einer neuen charismatischen Gabe zu bereicherte.

Neun Jahre nachdem Josef Calasanz zum Priester geweiht worden war, ging er nach Rom, wo er durch die  ärmsten Viertel der Stadt wanderte. Er hörte die Stimme des Herrn, die ihm sagte: „Josef, setz dich für die Armen ein. Unterrichte diese Kinder und kümmere dich um sie.“

Im Frühjahr 1597 besuchte er das römische Viertel Trastevere und entdeckte die Gemeinde Santa Dorotea. Dort gründete er die „erste unentgeltliche Volkschule in Europa“ für arme und verlassene Kinder.

Im Mittelpunkt seiner pädagogischen Idee standen der Respekt vor der Persönlichkeit jedes Kindes und das Leuchten des Bildes Christi in ihnen. Er versuchte den intellektuellen, physischen und spirituellen Bedürfnissen junger Menschen zu entsprechen.

Um seine Bildungsmission fortzusetzen, gründete er den Orden der Frommen Schulen,
dessen Mitglieder als Piaristen bekannt sind die und vier feierliche religiöse Gelübde ablegen: Armut, Keuschheit, Gehorsam und das Engagement für die Ausbildung der Jugendlichen. Die Kirche genehmigte 1617 den Orden.

Josef Calasanz stellte den Orden unter den besonderen Schutz der Gottesmutter. Deshalb finden sich im Wappen des Ordens auch die griechischen Anfangs- und
Endbuchstaben der Worte „MARIA, Mutter Gottes“.

Josef Calasanz starb am 25. August 1648 in Rom und wurde später heiliggesprochen.
Papst Pius XII. erklärte ihn 1948 zum „Himmlischen Schutzpatron aller christlichen Volksschulen“. Papst Johannes Paul II. sagte, der Heilige Josef Calasanz habe Christus als Vorbild genommen und versucht, den jungen Menschen die profane Wissenschaft sowie die Weisheit des Evangeliums zu vermitteln, indem sie aufgefordert werden, Gottes liebevolle Handlungen zu begreifen.

„Pietas et Litterae“ – „Frömmigkeit  und Wissenschaft“ als Wahlspruch

Seit mehr als vier Jahrhunderten bieten wir Piaristen eine solide, fundierte, weltoffene Ausbildung. Heute wie gestern sorgen wir uns um die Bildung, die Träume und Bestrebungen der uns anvertrauten Kinder. Wir führen diesen Auftrag nicht alleine aus, sondern teilen ihn mit über hunderttausend Laien und Ordensgemeinschaften, die die Calasanz-Familie bilden.

Bereits 1697 durften die Piaristen eine Niederlassung (Kollegium, Kirche und Schule) vor den Toren Wiens errichten. In weiterer Folge entstand im Jahr 1719 die Piaristenpfarre Maria Treu. Weitere Standorte der Piaristen in Österreich sind St. Thekla in Wien, sowie Krems und Horn.

Auftrag

Gemäß den Werten des Evangeliums, eine geschwisterliche Solidarität zu schaffen und die Kirche zu erneuern, bemühen wir Piaristen uns um Integration von Glaube und Kultur.

In den meisten Ländern wird öffentliche Bildung heute als unbestrittenes Recht betrachtet. Der hl. Josef Calasanz und die frühen Piaristen starteten im 17. Jahrhundert etwas, was die Welt nicht gekannt hatte. Sie glaubten, und wir glauben immer noch fest daran, dass sich die Gesellschaft nur gut entwickeln kann, wenn sie alle Mitglieder ohne Diskriminierung unterrichtet, insbesondere die Kinder. So begannen die Piaristen, was viele als erstes System der öffentlichen Bildung ansehen. Wir engagieren uns in der Erziehung der Kinder und Jugendlichen und vermitteln ihnen, wie sie zu kompetenten Bürgern und Christen werden.

Nun bleibt der Traum, allen Kindern eine christliche Ausbildung zu geben, intakt. Wir Piaristenpatres folgen Jesus Christus durch die Ausbildung von Jugendlichen in Amerika, Europa, Afrika und Asien. Wir sind seit mehr als vier Jahrhunderten Befürworter von Bildung, und wir sorgen uns immer noch um die Träume und Bestrebungen der Jugend. Unser religiöses Gemeinschaftsleben ist ein Zeugnis des Evangeliums: durch Erziehung im Unterricht, durch die Inspiration junger Menschen in Jugendgruppen und durch Vermittlung zu einer Gotteserfahrung.

Wir Piaristen entdecken Jesus in den Kindern und wir teilen den Ruf Gottes. Als Piaristen sind wir der Überzeugung, dass Erziehung in der Förderung und der Entwicklung aller Fähigkeiten von jungen Menschen besteht. Die soziale Kompetenz ist Ausgangslage für ein erfolgreiches Lernen. Dazu gehören auch die Offenheit und der Respekt gegenüber anderen Religionen.

Die Piaristen bieten jungen Menschen

 

  • gute Vorbereitung für die Herausforderungen des Lebens,
  • Förderung der ganzheitlichen Entwicklung, unter besonderer Berücksichtigung christlicher und sozialer Werte.
  • Offenheit und Respekt gegenüber anderen Religionen.

Unsere Erziehungsgemeinschaft

Die Piaristen wissen sich dem Anliegen verpflichtet, zukünftigen Generationen Bildung zu vermitteln. Im Mittelpunkt steht ein dauerhafter Bildungsprozess in enger Zusammenarbeit mit den Eltern/ Erziehungsberechtigten und den Pädagoginnen und Pädagogen. Die Erziehung im piaristischen Sinn ist stets offen, nachhaltig, verantwortungsvoll und spirituell.