OTS0055 5 II 0442 KAT0001 Sa, 14.Nov 2020

Österreich/Epidemie/Bundesregierung/Kirche/Bischofskonferenz

Lackner: Kirche zieht beim Lockdown mit

Utl.: Bischofskonferenz-Vorsitzender: Ähnlich wie im Frühjahr sollen
öffentliche Gottesdienste zeitlich befristet ausgesetzt werden
- Kirchen und Religionsgesellschaften werden neue Vereinbarung
mit Bundesregierung treffen - Kanzler Kurz dankt Kirchen und
Religionsgesellschaften =

Wien (KAP) - "Die Katholische Kirche wird beim angekündigten Corona-Lockdown mitziehen und öffentliche Gottesdienste zeitlich befristet aussetzen." Das erklärte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Franz Lackner, am Samstag
im Interview mit Kathpress. "Die näheren Details werden noch in Abstimmung mit den anderen Kirchen und Religions-
gesellschaften festgelegt, die dann wieder eine Vereinbarung mit der Regierung treffen werden", so Lackner.

Am Samstagnachmittag hat Bundeskanzler Sebastian Kurz bei einer Pressekonferenz einen verschärften und bis 6. Dezember
zeitlich befristeten Lockdown vor allem für die Schulen und den Handel, aber auch mit Einschränkungen für das religiöse Leben
angekündigt. Im Vorfeld hatte es dazu ein direktes Gespräch des Bundeskanzlers mit dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz
gegeben. Kurz dankte Erzbischof Lackner und den anderen Kirchen und Religionsgesellschaften ausdrücklich, dass sie freiwillig
öffentliche Gottesdienste aussetzen wollen. Nur mit den neuen Einschränkungen des Lockdowns könne man "die
Vorweihnachtszeit und das Weihnachtsfest retten", so Kurz.

Kirchen bleiben offen

"Ähnlich wie beim Lockdown im Frühjahr werden die Kirchen für das persönliche Gebet offen bleiben", informierte Lackner über die Grundzüge der geplanten Änderungen. "Öffentliche Gottesdienste und kirchliche Veranstaltungen werden
aber weitestgehend und zeitlich befristet ausgesetzt. Gottesdienste können dann wie im Frühjahr nur in verschlossenen
Räumen und im kleinsten Kreis stellvertretend für die Gemeinde gefeiert werden." Damit sei gesichert, dass die Eucharistiefeier
stattfindet und man über die Medien mitfeiern kann. Darüber hinaus sei auch im Lockdown die seelsorgliche Begleitung von
Kranken und Sterbenden weiterhin möglich.

Wie der Vorsitzende der Bischofskonferenz weiter erklärte, sei diese Vorgangsweise bereits unter den Bischöfen abgesprochen.
In einem nächsten Schritt werden sich die Kirchen und Religionsgesellschaften am Montag gemeinsam untereinander abstimmen
und weitere Aspekte klären. Sie bilden die Grundlage für eine neue Vereinbarung mit der Bundesregierung, die den Rahmen für
das religiöse Leben während des neuen Lockdowns zeitlich befristet vorgibt.

"Der Glaube gibt Halt und Kraft im Alltag genau so wie im Lockdown. Christliche Nächstenliebe muss sich jetzt im
rücksichtsvollen Schutz der Mitmenschen, in Eigenverantwortung sowie in aufmerksamer Nähe und Hilfe für Bedürftige
bewähren", hielt Erzbischof Lackner fest.

Für die nächsten Tage bis zum Inkrafttreten der neuen kirchlichen Vorgaben gelten die aktuellen kirchlichen Schutzmaßnahmen.
Demnach ist bei Gottesdiensten in Kirchen und unter freiem Himmel ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten und ein
Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Darüber hinaus sind weitere Schutzmaßnahmen zu beachten, die in einer Rahmenordnung der
Bischofskonferenz detailliert ausgeführt sind.

(Link zur Rahmenordnung:

((ende)) PWU/LIL
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