PFARRE ST.THEKLA - BOSNIENREISE OKT. 2002
BESUCH IN DEN EIGENEN VIER WÄNDEN


(Bericht von Renate Eibler)

Vom 11.-13. Oktober 2002 fuhren Günter Russegger und ich wieder einmal nach Bosnien, um die von der Pfarre St. Thekla unterstützte Familie Ćorić zu besuchen. Diesmal ging es schon nach Brčko in das aus Spendengeldern aus St. Thekla wiederaufgebaute Haus der Familie.

Die Familie hat die Räume im Erdgeschoss bewohnbar gemacht und lebt dort seit einigen Monaten. Mit ihren Nachbarn (Moslems und Serben) verstehen sie sich gut. Im Stadtzentrum gibt es allerdings fallweise doch noch Krawalle. Mujo Ćorić hat eine Hautkrebsoperation gut überstanden. Seine ihm zustehende Pension von 140 € bekommt er noch immer nicht.

Das größte Problem in Brčko ist weiter die hohe Arbeitslosigkeit von 70-80%. Im Krieg wurden alle Fabriken zerstört, und es finden sich keine Investoren, um sie wieder aufzubauen. Arbeit findet nur, wer gute Beziehungen und einflussreiche Freunde oder Verwandte hat. Auch Mehmed, der Sohn der Familie, hat noch keinen Arbeitsplatz gefunden. Die Menschen versuchen zu überleben, indem sie alles Mögliche verkaufen. Daher gibt es in der Stadt und ihrer Umgebung unzählige kleine Geschäfte, Kioske oder einfach Straßenverkauf.

Dank Ihrer Spenden konnten wir wieder 840 € überbringen, wofür sich die Familie sehr herzlich bedanken möchte. Mujo Ćorić hat mich gebeten, in seinem Namen folgende Zeilen an die Pfarrgemeinde von St. Thekla zu richten:



Ich möchte P. Pius, P. Ignasi und alle Pfarrangehörigen von St. Thekla sehr herzlich grüßen. Sie haben mir und meiner Familie das Leben gerettet. Mein Herz ist voll Dank-barkeit, aber ich kann nicht alles so ausdrücken, wie ich es mir wünsche.

Allen, die uns geholfen haben, möchte ich von ganzem Herzen danken. Das gespendete Geld wurde und wird vor allem in den Hausbau investiert. Renate und Günter haben bei ihrem Besuch mit eigenen Augen gesehen, was alles entstanden ist. Ich möchte allen gutherzigen Menschen auch sagen, dass ich sehr viel im Garten arbeite und davon auch großen Nutzen ziehe: wir haben viel selbst gezogenes Gemüse. Die Erdäpfelernte von 250 kg und die Eier unserer Hühner decken unseren Eigenbedarf. So strengen wir uns an, so gut wir können, um weiter zu leben.

Viele liebe Grüße und in Dankbarkeit,

Mujo Ćorić



Wir haben wieder einmal ein interessantes Wochenende in Bosnien verbracht haben uns sehr gefreut, unsere alten Freunde wiederzusehen und ihre großzügige Gastfreundschaft zu genießen.




VORGESCHICHTE DIESES HAUSES

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