DER PIARISTENORDEN HAT GEBURTSTAG!

400 Jahre im Dienste der Schule für alle


2017 feiert der Piaristenorden ein Jubiläumsjahr. Vor 400 Jahren wurde er von P. Josef Calasanz als Schutz und Garant für den Erhalt der „Schulen für die Armen“ bzw. „Schulen für alle“ (Frommen Schulen) gegründet . Calasanz war Bahnbrecher mehr als hundert Jahre, bevor die Staaten Europas erkannten, dass Bildung für alle Kinder notwendig ist (In Österreich im Jahr 1774!). Seine Ideale gelten weiter. Die Piaristenschulen haben auch heute eine klare Vorstellung, ein Leitbild von dem, was die ganzheitliche Erziehung der Kinder sein soll. Unter dem Patronat von Calasanz gibt es auf der ganzen Welt Schulen, „Movimenti“, religiöse Kongregationen und Gemeinschaften oder NGOs.

„Josef Calasanz kam 1592 nach Rom. Er wurde dort Mitglied bei so genannten frommen Bruderschaften, besuchte Arme und Kranke in den heruntergekommenen Vierteln der Ewigen Stadt. So kam er auch im Armenviertel „Trastevere“ auf der anderen Seite des Tibers . In der Kirche Santa Dorotea betrieb der Pfarrer eine kleine Schule. Unterrichtet wurden Katechismus, Lesen und Schreiben. Die Schule war allerdings nicht kostenlos. Calasanz überredete den Pfarrer, das Schulgeld zu streichen, und übernahm 1597 aus eigenen bescheidenen Mitteln und mit Hilfe einer seiner Bruderschaften die Kosten der Schule für die Armen. 1598 verwüstete der Tiber die Stadt und vor allem das Viertel Trastevere. 1600 starb der Pfarrer von Santa Dorotea, und Calasanz, der praktisch die Schule führte, beschloss, sie näher ins Stadtzentrum zu verlegen, zur Kirche San Pantaleo nahe der Piazza Navona. Die Bruderschaft versprach zwar Unterstützung, wollte dann aber nicht zahlen. Und so fasst Josef Calasanz den Beschluss zur Gründung eines eigenen Werks mit dem Namen „Fromme Schulen“ (Scholae Piae). „ (aus dem Vortrag von Prof R. Machatschke: „Calasanz, ein moderner Heiliger“)

In den ersten Jahren halfen ihm P. Casani und andere Kleriker aus der Kongregation der Mutter Gottes von Lucca. Das hat aber nicht funktioniert. So wurde vom Papst Paul V. im März 1617 eine neue Kongregation ins Leben gerufen, die „Paulinische Kongregation der Kleriker der Mutter Gottes von den Frommen Schulen.“ Während Calasanz sich zurückgezogen hatte, um die Konstitutionen (Regeln) zu entwerfen, starb im Februar 1621 Papst Paul V. Noch im selben Monat wurde Papst Gregor XV. gewählt. Josef Calasanz sah darin die Chance, den Aufstieg zu einem Orden durchzusetzen. (Orden zu sein -- in Vergleich mit Kongregation – bedeutete mehr Selbstständigkeit, den Schutz eines Kardinal-Protektors, keine Einmischung der Bischöfe und der Pfarrer). Diese Freiheit wollte Calasanz für die Piaristen, damit sie sich voll der Arbeit für die Schulen widmen konnten. Calasanz erbat gleichzeitig zwei Dinge vom Papst: die Anerkennung der Konstitutionen und die Erhebung der Kongregation zum Orden ( aus "Der Weg durch das Feuer" von A.García-Durán).

Noch im selben Jahr, am 28. November 1621, erhob der Papst die Paulinische Kongregation zum „Orden der armen Regularkleriker der Mutter Gottes der Frommen Schulen“ (auf Latein "Scholarum Piarum", daher „PIARISTEN“). Der Orden bürgt seither für die Existenz und den Erhalt der Schulen der Armen, bzw. der Schulen für alle. Möge Gott weiter das Werk des hl. Josef Calasanz segnen!