OSTERGESCHICHTE VON FELIX (4.B)

Meine Mama und ich spielten am Ostersamstag in der Kirche Harfe und Trommel. Die Auferstehungsmesse wurde auf drei Ebenen gefeiert: der erste Teil war im Keller von St. Thekla, der zweite am Kirchenplatz und der dritte in der Kirche.

Ich teilte die Liedertexte aus. Das war ziemlich langweilig. Endlich kam ein Kind, das ich kannte. Er hieß Matthias und ist aus meiner Schule. Ich jammerte meine Mama an: "Ich möchte nicht mehr austeilen, das ist so fad. Kannst du es bitte für mich machen?"

Dann fragte uns unsere Religionslehrerin:" Möchtet ihr die Palmwedel tragen?" Da konnten wir nicht nein sagen. Matthias und ich spielten Türwache und hielten die Palmwedel wie ein Tor. Wir zwei sagten:" Türwache, bitte weitergehen."

Vom dunklen kalten Keller, wo die Messe stattfand, zweigten viele Gänge ab und wir beide wollten sie heimlich erforschen. Als kein Mensch uns beobachtete, schlichen wir uns mit einem kleinen Teelicht in der Hand durch eine quietschende Tür. Jetzt begann das Abenteuer. Hin und wieder hörten wir eine Maus quieken. Mir wurde mulmig im Bauch, aber meine Abenteuerlust war größer. Meine Hand fing an zu zittern und ich schütte mich mit heißem Wachs an. Ich rief:" Aua!" Schnell trocknete das Wachs ein, aber es tat noch weh. Wir beide fanden eine Treppe, die ins Freie führte. Weil die ersten sieben Stufen fehlten brauchte man eine Leiter. Wir schauten uns um, konnten aber keine finden. Plötzlich kam ein kalter Windstoß und blies die Kerze aus. Jetzt war es stockdunkel. Nicht einmal die Hand vor den Augen konnten wir erkennen. Kalter Schauer lief mir über den Rücken. Wir zitterten am ganzen Leib. Matthias und ich riefen verzweifelt unsere Eltern. Niemand hörte uns. Wir tasteten uns weiter und versuchten den Ausgang wieder zu finden. Plötzlich stolperte ich und fiel zu Boden. Matthias half mir auf. Dann kauerten wir uns verzweifelt in eine Ecke. Wir wussten nicht was wir machen sollten. Ich sagte mit weinender Stimme:" Das ist das reinste Labyrinth." "Oh Schreck!" Da kam jemand. Wir schrieen:" Hilfe, ein Gespenst!" Die Gestalt rief sanft:" Matthias, Felix kommt!" Wir waren erleichtert, es war meine Mama. Sie ging mit uns zur Messe zurück.

Erleichtert und beschwingt trommelten nun meine Hände zu den Messliedern dazu. In der Kirche sah ich zum ersten Mal eine Taufe. Ich hatte einen neuen Freund gewonnen, und am nächsten Tag gab es etwas ganz besonderes zu essen, es war ein Schokoladenfondue. Ostern war einfach super!

 

Liebe Leser & Leserinnen!

In meiner Geschichte ist fast alles wahr. Außer, dass Matthias sein Vater auch mit war, aber auch er hatte Angst und war ein bisschen blass als wir heraus kamen.

Vielleicht habt ihr Lust nächstes Jahr auch zur Kinderauferstehungsmesse zu kommen.

Liebe Grüße

Euer Felix