PIARISTEN IN WIEN IV (AUSTRIA)
PFARRE und VOLKSSCHULE ST.THEKLA




P.Josep Misson SP (1803-1875)
wurde zum bedeutendsten
niederösterreichischen Mundartdichter
mit seinem Epos "Da Naz"
Misson, Josef, * 14. 3. 1803 Mühlbach a. Manhartsberg (NÖ.), + 28. 6. 1875 Wien, nö. Mundartdichter. 1834 Piaristenpriester, ab 1825 Gymnasiallehrer und 1854-57 Bibliothekar in Krems, Wien und Horn. Sein Fragment gebliebenes Epos "Da Naz, a niederösterreichischer Bauernbui, geht in d´Fremd" (8 Gesänge, 1850; nach 1875 mehrfach aufgelegt) vermittelt ein Bild des damaligen Dorflebens.

Der Held seiner Dichtung ist ein einfacher Bauernsohn aus seiner Heimat, der Naz, also der Ignaz Bachhuber aus Neuzwickelhofen.
Naz will in der Fremde sein Glück versuchen. Er nimmt Abschied von Vater und Mutter und kommt nach manchen Aufregungen am ersten Tag seiner Reise glücklich bis Bremsendorf, wo er bei einem Bauern übernachtet, der seinen Vater gut kennt. Hier bricht das mächtig geplante Epos ab. Es sind im ganzen nur die vorliegenden acht Gesänge erhalten geblieben.

Was für die Steiermark Peter Rosegger und für Oberösterreich Franz Stekhamer bedeutet, das ist für Niederösterreich JOSEF MISSON, der im Jahr 1850 seiner stillen Landschaft in seiner unübertrefflichen Mundartdichtung "Da Naz" ihr eigentliches, unsterbliches Heimatlied gesungen hat.


Aus dem zweiten Gesang:
Wia da Naz das väterlichi Haus volaßt,
und ihm seini alten Leut 's-Gloat geben


"Vader und Muider, iatzt sa-n-ih Gelts Gott für all
das, was 's ma habts Guits ton; wünsch enk recht herzlih, daß noh lang löbts und a
dabei gsund bleibts!" "Was Gott will", sagt d'Muider -und wischt sih
mi'n Fürterzipf d'Aug'n aus- "ruift uns da Herr vo derer Welt a, so san ma ja
gfaßt drauf; mänichen Menschen is's friaher aufgsötzt und mänichen später - ih und dein Vader, mir beten, Naz, daß da koan Unglück nöd zuisteßt; gehngan a Neichtl mit dir und bigloaten dih bis zu der Moarta, bist amal z'Biasenreith, kehrst bei da Moahm ein, -findst schon a-n-Aufnahm,- richst alles Schöni aus, Naz, und lassen-s' a vielmal
griaßen, kamm-s' amal akemma, wirds uns a rechtschaffa
gfreun, wann-s' uns hoamsuicht!" sagt das alt Muiderl, und bindt ihm an Gugelhupf, Baudexen und a noh dazui a Scherzl weiß' Brot in a neugwaschens Tiachl. Hoamlih gibt-s' ihm noh in an Papierl drei span- neui Zwoanzger; extra gibt ihm da Vader an Fraunbildner, mehr kann er nöd göbn: "'s-Geld, Naz, is bei uns biglem - nimm voliab mit'n Willn, Naz." Eh d'Tür aufgeht, schaut da Naz um und bitracht sih noh 's-Stübl- "Mein," sagt d' Muider, "dös is a schlimms Zoacha-r, als sehast as nimmer,"- glängt mit zwen Fingern ös Weihbrunnkösterl, was glei bei da Tür hängt: "Gottsnam!" -Macht ihm a Kreuz aufn Hirn mitn Damer und gehngan.






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